17. September 2019

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LK Wirtschafts- und Rechtslehre 2

Vor langer langer Zeit in einem namenlosen Wüstenland lebte einst einsam und zurückgezogen ein unscheinbares armes haariges Nomadenvolk, die Kufnääher. Sie waren anspruchslos und bescheiden, streiften planlos durch die Wüste und würden dies bestimmt immer noch tun, wäre ihnen nicht ein Sohn geboren worden, der die Geschichte des kleinen Volkes grundlegend verändern sollte.

Mahathma war ein eigenwilliges Kind. Während alle Anderen wie immer planlos durch die Wüste irrten, merkte sich Mahathma den Weg und zeichnete ihn in sein kleines rotes Büchlein, das er immer dabei hatte. So hatte er irgendwann eine Karte der ganzen Wüste in der die Kufnääher herumirrten und wusste immer ganz genau, wo sie gerade waren. Das machte die Ältesten des Volkes sehr sauer, da es eine Tradition der Kufnääher war planlos durch die Wüste zu irren, und sie verbannten ihn in eine Stadt, in der Mahathma zum ersten Mal eine Wirtschaft sah. Diese Wirtschaft gefiel ihm so gut, dass er gar nicht mehr heraus wollte und an diesem Tag beschloss er Wirtschaftslehrer zu werden. Nachdem man ihm versichert hatte, dass es in Deutschland die besten Wirtschaften gäbe, machte er sich auf den Weg. Rechts am Ural vorbei und wieder hinunter... oder wie auch immer!

Jedenfalls kam er schließlich in Deutschland an und wurde auch gleich in Bayern abgefangen. Die Bayern hatten viel mit seinem Wüstenvolk gemeinsam und er fühlte sich pudelwohl. (Vor allem in den Wirtschaften.) Allerdings gab es hier nicht wie in der Wüste alles umsonst, sondern man brauchte Geld, um in die Wirtschaften gehen zu können. Deshalb brauchte er einen Job.

Als er erfuhr, daß an einer Schule Leute gesucht wurden, die den Schülern irgend etwas von der Welt erzählten, und dafür auch noch Geld vom Staat bekamen, wusste er, dass das genau das Richtige war. In der Schule hatten sie Karten, die noch viel besser waren als seine, und niemand motzte, wenn er sagte, wo sich die Schule befand. Es war ein Traumjob!

Da niemand seinen Namen aussprechen konnte, ließ er einfach das „ääh“ in seinem Volksnamen weg, und hieß von da an „Herr Kufner“. Die Integration war perfekt gelungen, die Schüler waren begeistert, die Kollegen von seiner Kompetenz fasziniert und er verdiente so viel Geld, dass er jeden Abend in die Wirtschaft gehen konnte.

Auch wir merken ihm nach nun zweijähriger Zusammenarbeit seine Herkunft kaum an. Nur manchmal, da sieht er noch etwas traurig aus dem Fenster auf der Ostseite, faltet die Hände und träumt von der Heimat. Und manchmal, da sieht man ihn auf dem Sandplatz in Neunkirchen wie ein Wiesel über die Dünen flitzen und erahnt hinter dem dicken Glas eine Heimwehträne.

In stiller Bewunderung

Zwei Wirtschaftsexperten aus WR2