17. September 2019

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WR1-LK-Bericht

Mein lieber Herr Kufner,

im allgemeinen sollte ein LK-Bericht a) Schülern einen Rückblick gewähren, b) den Lehrer auf naturgemäß vorhandene Schwächen aufmerksam machen, ohne diesen zu verletzen und c) des Lehrers zahllose Stärken hervorzuheben. Das sollte, zumindest teilweise, auch hier zutreffen. Zum Kritischen: Nachdem die Buchhaltung zwei Jahre lang durchgekaut wurde, warum reagierten sie auf die nachvollziehbare Frage, ob das tatsächlich auch abiturrelevant ist, mit dem Pathos des Entsetzens und recht eigenartiger Grimassenschneiderei, anstatt klare Antworten zu geben? Manche verunsicherte Schüler brauchten ziemlich lange, um herauszufinden, dass das tatsächlich nicht gelernt werden muss. Aufgrund verspäteter Abgabe konnten weiterhin die Erfahrungen der Abiturprüfung noch eingebaut werden. So wurde von manchen Schülern beklagt, man wäre soo ungenügend auf den soo schweren Recht-Teil der Prüfung vorbereitet worden. Aber solche Vorwürfe können Lehrer und Mitschüler, die diesen Teil nicht bearbeitet haben, natürlich nur erhaben zurückweisen. Leise Kritiken sollen aber nicht Ihren didaktisch äußerst sinnvollen Unterricht überdecken. Für viele als der Wirtschaftsgoethe angesehen, konnten Sie sich mit flotten, teils selbst erfundenen („Die dummen Sprüche der Alten sind klug?“), teils aus dem Bierzelt übernommenen („Man kann die Pferde zur Tränke führen, aber saufen müssen sie schon selber“, „Recht haben ist nicht Recht kriegen“, „Wo kein Kläger, da kein Richter“) Bauernweisheiten profilieren, anhand derer „wir was fürs Leben lernen“ sollten. Im folgenden noch zwei Beispiele für Ihr immenses Fachwissen: Zehn Jahre lang wussten Sie es, und dann ist Amerika trotz Ihrer Warnung in die Rezession geschlittert (Ja, wie kommt das denn?). Wenn manche Schüler nicht wussten, dass es auch in Boomzeiten lächerlich erfolglose Aktien gibt, Sie wussten es immer. Aus dem eigenen Aktiendepot. Lobenswert war auch, dass Sie Selbstkritik äußerten, selbst wenn sie überhaupt nicht angebracht war. Wenn Sie an börsenschwachsinnigen Anglizismen scheitern, bedenken Sie, dass viele in diesem Bundesland (Bayern), welches dafür bekannt ist, überhaupt keine Sprache sprechen zu können, Ihr Problem teilen. Nicht im geringsten witzig, aber auf Anraten einiger Kursteilnehmer (die, die immer fünf Minuten früher raus müssen, weil der Bus kommt) hin wird erwähnt, dass Sie mit Ihrer Anmerkung, Kreditinstitute, die mehr als 5% Haben-Zinsen bieten, seien unseriös, einen ansonsten sehr strebsamen, erfolgsverwöhnten Schüler so verwirrt haben, dass dieser sogleich sein Geld für 12% bei der „Hurra, wir sind seriös“-Bank anlegen musste. Ach ja, unvergessen, und doch vergänglich. Bewundernswert auch, wie Sie nach erfolgreicher Teilnahme am modernen Leben Ihr älteres Brillenmodell, das viele aus dem anderen WR-LK zu bösartigen Witzen verleitete, gerade noch rechtzeitig gegen ein mondäneres ausgetauscht haben.

Auch wenn mangels Erinnerungsvermögens des Autors der LK-Bericht aus viel nicht Nachvollziehbarem besteht, sollte doch kurz erwähnt werden, dass Herr Kufner neben seiner Fachkompetenz genügend soziale Fähigkeiten besaß, den Unterricht angenehm und lehrreich zugleich zu gestalten. Vielen Dank, Herr Kufner.

Das wars. ......... sie sind ein guter Lehrer.... der Kurs wird sie nie vergessen........blabla....

Philipp Hölzer